DRFM steht für Digital Radio Frequency Memory – eine digitale Methode, um eingehende Radarsignale zu erfassen, zu speichern und manipuliert zurückzusenden. Ich erkläre, wie DRFM-Jammer arbeiten, welche Techniken sie nutzen und wie man ihre Leistung testet.

Was ist Digital Radio Frequency Memory (DRFM)?

Digital Radio Frequency Memory, kurz DRFM, ist ein elektronisches Verfahren, bei dem eingehende HF-Signale digital erfasst und danach wieder ausgesendet werden. Man kann sich das im Grunde wie ein Tonbandgerät vorstellen – nur eben digital und für Radarsignale. Ein ankommender Radarimpuls wird also empfangen, digitalisiert und gespeichert, bevor er mit genau kontrollierter Verzögerung, Phase und Frequenz erneut abgestrahlt wird. Und genau diese kohärente Rückstrahlung ist es, die DRFM von den klassischen Störverfahren unterscheidet.

Fachmedien wie das Journal of Electronic Defense bezeichnen DRFM als die effektivste Störtechnologie, die jemals gegen moderne Radarsysteme zum Einsatz kam – eine Einschätzung, die das Microwave Journal teilt: Dort gilt der DRFM-Jammer als zentraler Baustein moderner elektronischer Kriegsführung, weil er Täuschung, Spoofing und gezielte Radarmanipulation überhaupt erst ermöglicht. Dass Fachpresse und Marktbeobachter hier zu einem ähnlichen Urteil kommen, ist kein Zufall, denn DRFM verbindet technische Wirksamkeit mit wachsender Nachfrage. Letztere zeigt sich auch in konkreten Zahlen: Der DRFM-Markt hatte 2025 laut Future Market Insights ein Volumen von rund 1,3 Milliarden US-Dollar und soll bis 2035 auf 3,9 Milliarden US-Dollar wachsen. Ein zweiter Bericht von Dataintelo nennt für 2025 mit 1,6 Milliarden US-Dollar einen etwas höheren Ausgangswert und erwartet bis 2034 ein Wachstum auf 3,13 Milliarden US-Dollar – das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 7,8 Prozent. Beide Prognosen deuten zwar in dieselbe Richtung, unterscheiden sich aber in Ansatz und Zeithorizont, weshalb sich ein Blick auf die jeweiligen Annahmen durchaus lohnt.

Quelle Marktvolumen 2025 Prognose Zeithorizont Wachstumsrate
Future Market Insights (9.9.2025) rund 1,3 Mrd. USD 3,9 Mrd. USD bis 2035 nicht angegeben
Dataintelo 1,6 Mrd. USD 3,13 Mrd. USD bis 2034 7,8 % CAGR

DRFM begegnet einem in der Literatur unter den verschiedensten Bezeichnungen: digital RF memory, DRFM-Jammer, DRFM-Subsystem, DRFM-Kernel, kohärenter Repeater, Electronic Attack (EA), Electronic Protection (EP), Electronic Warfare (EW) und Electromagnetic Maneuver Warfare (EMW). Wer sich ernsthaft mit Radartäuschung auseinandersetzt, kommt an diesem Begriff kaum vorbei – schließlich beschreibt er den technischen Kern, mit dem man einen Gegner dazu bringt, vermeintlich echte Ziele vor sich zu sehen.

Wie funktioniert DRFM: Erfassen, Speichern, Manipulieren, Zurücksenden?

Im Grunde arbeitet ein DRFM wie ein digitaler Rekorder für Radarsignale: Ein eingehender Radarimpuls wird aufgefangen, digitalisiert und im Speicher abgelegt. Danach liest man das Signal wieder aus und schickt es zurück – aber nicht einfach unverändert, sondern mit sehr genauer Kontrolle über Verzögerung, Phase und Frequenz. Und genau diese kontrollierte Veränderung ist entscheidend, denn das gegnerische Radar bekommt eine kohärente falsche Rückstrahlung geliefert, die es für ein echtes Echo hält. So lassen sich Täuschungstechniken umsetzen, etwa die Erzeugung falscher Ziele, Range Gate Pull-Off, Geschwindigkeitstäuschung oder kohärentes Spoofing. Der Ablauf wirkt erst mal simpel – erfassen, speichern, manipulieren, zurücksenden –, steckt aber voller technischer Hürden. Denn schon kleinste Änderungen an Phase, Amplitude und Verzögerung verschieben das Bild, das der Gegner von seiner Umgebung hat: Aus einem einzigen Ziel können mehrere scheinbare Ziele werden, und Entfernung, Geschwindigkeit oder Größe eines Objekts lassen sich gezielt verfälschen.

Schon kleine Änderungen an Phase, Amplitude und Verzögerung entscheiden darüber, wie das feindliche Radar Geschwindigkeit, Größe und Position eines Ziels wahrnimmt. Eine gezielte Phasenverschiebung täuscht eine andere Dopplergeschwindigkeit vor, eine veränderte Amplitude lässt die Signatur größer oder kleiner erscheinen, und eine kontrollierte Verzögerung verschiebt die scheinbare Entfernung. Wer dann noch die Rückstrahlsignale dupliziert, erhöht die Zahl der scheinbaren Ziele und zwingt das Radar, mit einer Flut plausibler Echos umzugehen. Ein DRFM-System verarbeitet die empfangenen Signale in Echtzeit – in der Regel Radarimpulse –, speichert sie digital und sendet sie manipuliert zurück, wodurch das Radarsystem gezielt getäuscht wird. Besonders kritisch wird das, wenn Plattformen vor radargelenkten Raketen geschützt werden müssen; denn schon eine überzeugende falsche Rückstrahlung kann den Suchkopf auf ein Phantomziel lenken. Die kohärente elektronische Attacke ist dabei effizienter und flexibler als klassisches Rauschstörren, weil sie die Kohärenz des Radarsignals bewahrt und falsche Rückstrahlungen realistisch erscheinen lässt – statt den Empfänger nur zu überdecken, spielt sie ihm eine glaubwürdige, aber falsche Wirklichkeit vor.

Welche Kernkomponenten hat ein DRFM-System?

Ein DRFM ist modular aufgebaut – im Grunde eine Sender-Empfänger-Kette, die man um digitale Rechenleistung erweitert hat. Zum Kern gehören Empfänger, Sender, HF-Front-End, Analog-Digital-Umsetzer (ADC), digitaler Speicher, Digital-Analog-Umsetzer (DAC) und die FPGA-Verarbeitung. Der Empfangszweig fängt das gegnerische Signal auf, das HF-Front-End verstärkt es und mischt es in einen Bereich, der sich gut digitalisieren lässt; danach übernimmt der ADC die Digitalisierung. Der digitale Speicher hält die Daten bereit – bei kurzen Verzögerungen reichen einfache FIFOs, für längere braucht man DDR-Bausteine als Zwischenlager –, und der DAC wandelt sie für die erneute Abstrahlung wieder in analoge Signale um. Das FPGA kümmert sich um die schnelle Verarbeitung und steuert Verzögerung, Phase und Frequenz mit hoher Präzision. Da jede dieser Stufen das Signal verändern kann, muss man Frequenzmischer und ähnliche Bauteile sorgfältig abgleichen – sonst entstehen Artefakte, die das gegnerische Radar als verdächtig erkennen könnte.

KernkomponenteFunktion im DRFM
EmpfängerNimmt das gegnerische Radarsignal auf
HF-Front-EndVerstärkt und mischt das Signal für die Digitalisierung
ADCWandelt das analoge Signal in digitale Daten um
Digitaler SpeicherHält die Daten vor; FIFO für kurze, DDR für längere Verzögerungen
DACSetzt die gespeicherten Daten für die erneute Abstrahlung in analoge Signale um
FPGA-VerarbeitungSteuert Verzögerung, Phase und Frequenz mit hoher Geschwindigkeit

Die Architektur entscheidet im Grunde darüber, was ein DRFM-System überhaupt leisten kann – sie ist der Bauplan, der festlegt, wie präzise eingehende Radarsignale nachgebildet und verändert werden können. Man unterscheidet grob zwei Typen: amplitudenabtastende und phasenabtastende DRFMs. Die erste Variante erfasst vor allem die Hüllkurve des Signals, die zweite zusätzlich die Phasenlage – und genau das kann für kohärente Täuschungen den Ausschlag geben. Ein weiteres Problem steckt in der Signalverarbeitung selbst: Frequenzmischer und ähnliche Komponenten zur Frequenzumsetzung erzeugen zwangsläufig Artefakte, also unerwünschte Mischprodukte. Die muss man so gut es geht reduzieren, denn sonst könnte das gegnerische Radar sie als verräterisches Indiz für eine Täuschung erkennen. Wer DRFM-Hardware beurteilt, sollte deshalb nicht nur auf die Bandbreite schauen, sondern die Signalintegrität über die ganze Kette prüfen – vom Empfänger über den ADC bis zur Rückübertragung. Denn was bringt ein noch so breitbandiges System, wenn die Qualität des Signals auf dem Weg dorthin verloren geht?

Welche DRFM-Jamming-Techniken gibt es: Falschziele, RGPO, Geschwindigkeitstäuschung?

DRFM-Jammer sollen dem gegnerischen Radar ein falsches Bild der Lage vorgaukeln. Dafür erzeugen sie zuerst künstliche Ziele, sogenannte False Targets: Sie fangen empfangene Radarimpulse ab und senden sie mehrfach oder zeitversetzt zurück, wodurch zusätzliche Echos entstehen, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Beim Range Gate Pull-Off, kurz RGPO, wird das zurückgesendete Signal schrittweise verzögert. Das Radar entfernt sich bei seiner Entfernungsmessung also immer weiter vom echten Ziel, bis es die Verfolgung verliert – obwohl es weiter sendet und empfängt. Die Velocity Deception wiederum setzt gezielte Phasen- und Frequenzänderungen ein, um eine falsche Dopplerverschiebung zu erzeugen und damit eine Geschwindigkeit vorzutäuschen, die es überhaupt nicht gibt. Beim kohärenten Spoofing schließlich bleibt das manipulierte Signal so eng mit dem Original verknüpft, dass das Radar es für eine echte Rückstrahlung hält. Genau dieser Erhalt der Kohärenz ist der eigentliche Vorteil: Der Gegner sieht Ziele, die nicht existieren, oder verliert ein reales Ziel aus der Verfolgung, ohne die Täuschung ohne Weiteres als solche erkennen zu können.

Der Unterschied zum klassischen Rauschstörren könnte kaum größer sein. Beim Rauschstörren wird der Empfänger einfach mit Störleistung zugeschüttet, wodurch sich das Signal-Rausch-Verhältnis verschlechtert. DRFM geht anders vor: Hier wird die Radarinformation selbst manipuliert, das System erzeugt also eine plausible, aber falsche Realität. Genau das macht die kohärente elektronische Attacke so attraktiv – sie gilt als effizienter und flexibler. Für Electronic Protection heißt das im Umkehrschluss: Es reicht nicht, einfach mehr Sendeleistung draufzulegen. Die Gegenmaßnahmen müssen vielmehr prüfen, ob die Rückstrahlung überhaupt kohärent und plausibel ist.

Welche Parameter sollte man bei DRFM-Tests messen?

Bei DRFM-Tests geht es nicht darum, ein einzelnes beeindruckendes Datenblattmerkmal zu bestätigen, sondern darum, die gesamte Kette vom Empfang des gegnerischen Radarsignals bis zur finalen Wiederaussendung zu bewerten. Gemessen werden deshalb unter anderem Amplitudentreue, Phasenkohärenz, Zeitverzögerung, spektrale Integrität, Gruppenlaufzeit, Modulationsqualität mit EVM und I/Q-Ungleichgewicht sowie Stör- und Intermodulationscharakteristik. Jeder dieser Werte deckt einen anderen Fehlerpfad ab: Die Amplitudentreue zeigt, ob ein falsches Ziel glaubwürdig hell erscheint, die Phasenkohärenz entscheidet darüber, ob das Radar den zurückgesendeten Puls überhaupt als eigenen Echoanteil akzeptiert, und die Zeitverzögerung bestimmt, in welcher Entfernung das Falschziel verortet wird. Spektrale Integrität und Gruppenlaufzeit verraten, ob Filter, Verstärker und Frequenzumsetzer das Signal verformen; genau solche Artefakte können einen ansonsten gut getarnten Jammer für die Gegenmaßnahmen des Gegners erkennbar machen. Modulationsqualität, EVM und I/Q-Ungleichgewicht wiederum sagen etwas darüber aus, wie sauber komplexe Täuschungssignale erzeugt werden, während Stör- und Intermodulationscharakteristik das Verhalten bei hoher Aussteuerung und in dichten Signalumgebungen beschreiben. Erst im Zusammenspiel dieser Parameter lässt sich beurteilen, wie wirksam eine Täuschung tatsächlich ist. Wer DRFM-Jammer vergleicht, sollte deshalb nicht nur die Bandbreite nennen, sondern ein vollständiges Messprofil vorlegen – sonst bleibt der Vergleich auf dem Niveau eines Prospekts.

Für die Messung liefert Rohde & Schwarz den Signal- und Spektrumanalysator FSWX sowie die Pulsanalysesoftware KM700. Der FSWX erreicht im Einkanalmodus eine Analysebandbreite von bis zu 8 GHz, im Zweikanalmodus 4 GHz pro Kanal. Solche Werkzeuge sind notwendig, weil sich Fehler in Phase, Verzögerung oder Spektrum sonst der Bewertung entziehen und die Täuschung im Einsatz auffliegen kann.

Die folgende Übersicht fasst typische DRFM-Testparameter und ihre Bedeutung zusammen:

ParameterBedeutung im Test
AmplitudentreueWie exakt die Signalhüllkurve erhalten bleibt
PhasenkohärenzWie plausibel die falsche Rückstrahlung wirkt
ZeitverzögerungSteuerbarkeit von Range-Gate-Effekten
Spektrale IntegritätVermeidung erkennbarer Artefakte
GruppenlaufzeitVerzerrung über die Bandbreite
EVM und I/Q-UngleichgewichtModulationsqualität der Täuschung
Spurs und IntermodulationUngewollte Störprodukte im Spektrum

Welche technischen Spezifikationen und Vergleichswerte sind typisch?

Die Leistungsfähigkeit von DRFM-Systemen zeigt sich in konkreten Spezifikationen. Mercury Systems bietet modulare DRFM-basierte Subsysteme für elektronische Kriegsführung, Radarentwicklung und Pilotentraining an, darunter den DCM6222 Digital Transceiver und Umgebungssimulatoren. Ein breitbandiges Mercury-DRFM arbeitet mit 10 Bit, 1 GHz Instantanbandbreite und einem 2-Slot-VME-Bus-Footprint. Die ruggedisierten Varianten wiegen weniger als 13 Pfund, messen 4,75 x 6,25 x 12 Zoll und erreichen 1200 MHz Instantanbandbreite in S- und X-Band bei einem Eingangsleistungsbereich von -55 bis +10 dBm, bis zu 12 Bit Quantisierung und einem Rauschboden von typischerweise -60 dBc.

Auch Forschungsprojekte liefern Vergleichswerte. Ein DRFM der Navy-SBIR-Initiative für fortgeschrittene Verarbeitungselektronik nutzt Konverter mit hoher Abtastrate und Onboard-Speicher, der mindestens 64 Mikrosekunden Verzögerung bei 285 ps Auflösung unterstützt. Ein Navy-SBIR-Projekt zur direkten digitalen HF-Konvertierung deckt Eingangsfrequenzen zwischen 2 GHz und 18 GHz ab. Die Mistral Next-generation DRFM Platform bietet HF-Ein- und -Ausgang im Bereich 1500 bis 2500 MHz, LVTTL- und GPIO-Signalanschlüsse sowie RS232- und Ethernet-Schnittstellen.

Längere Verzögerungen erfordern mehr Speicher: Kurze Verzögerungen lassen sich mit FIFOs realisieren, während längere Verzögerungen an DDR-Speicher angebunden werden. Bei Electronic Attack bestehen zudem Abwägungen zwischen Breitband- und Schmalbandbetrieb. Die folgende Tabelle stellt ausgewählte Systeme und Parameter gegenüber:

System / ParameterWert
Mercury Wideband DRFM10 Bit, 1 GHz Bandbreite, 2-Slot VME
Mercury ruggedized DRFM<13 lb, 1200 MHz, -55 bis +10 dBm
Navy SBIR DRFM64 µs Verzögerung, 285 ps Auflösung
Navy SBIR Direct Digital RF2 GHz bis 18 GHz Eingang
Mistral DRFM Platform1500–2500 MHz, RS232/Ethernet
R&S FSWX8 GHz (Single), 4 GHz/Kanal (Dual)

Wie schlägt man DRFM: Counter-DRFM und elektronischer Schutz?

Gegen DRFM existieren mehrere Ansätze. Zu den Counter-DRFM-Techniken gehören Pulsdiversitätsverfahren wie Phasenmodulation und orthogonale Kodierung, Polarisationsdiskriminierung, Range Glint, Frequenzdiversität und statistische Signalverarbeitungsmethoden. Ergänzend können Erkennungsverfahren für DRFM-basierte Störsignale mehrere falsche Ziele identifizieren, die durch Abfangen und Weiterleiten von Signalen entstehen. Entscheidend ist, dass der Verteidiger die Kohärenz und Plausibilität der empfangenen Rückstrahlung prüft, statt nur die Störleistung zu messen.

Das Journal of Electronic Defense griff die Lücke in einem Beitrag vom 17. Februar 2026 unter dem Titel Raven Whispers: The Counter-DRFM Gap auf. Die Kernaussage: Während DRFM-Jammer immer leistungsfähiger werden, hinkt die Entwicklung wirksamer Gegenmaßnahmen hinterher. Das Microwave Journal beschrieb am 12. Dezember 2025 in einem Beitrag über fortgeschrittene Tests von DRFM-Jammern der nächsten Generation, wie wichtig realistische Testumgebungen sind, um Täuschung und Gegen-Täuschung belastbar zu bewerten.

Welche Marktdaten und Trainingsangebote gibt es?

Der DRFM-Markt befindet sich in einer deutlichen Wachstumsphase und hat sich von einem spezialisierten Forschungsfeld zu einem relevanten Industriesegment entwickelt. So bezifferte Future Market Insights das Marktvolumen im September 2025 auf 1,3 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2025 und prognostizierte einen Anstieg auf 3,9 Milliarden US-Dollar bis 2035. Ein zweiter, unabhängiger Datensatz von Dataintelo kommt für 2025 auf 1,6 Milliarden US-Dollar und erwartet bis 2034 ein Volumen von 3,13 Milliarden US-Dollar, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 7,8 Prozent entspricht. Die Abweichung zwischen beiden Erhebungen ist dabei nicht ungewöhnlich, da Studien je nach erfasstem Marktsegment – etwa reine Hardware, Subsysteme oder integrierte Lösungen – unterschiedlich abgrenzen. In der Tendenz bestätigen beide Quellen jedoch dasselbe Bild: DRFM ist längst kein Nischenthema der Forschung mehr, sondern ein wachsender Industriemarkt, der sowohl militärische als auch zivile Nachfrage bedient.

QuelleMarktvolumen 2025PrognoseZeithorizontWachstumsrate
Future Market Insights (Sep. 2025)1,3 Mrd. USD3,9 Mrd. USD2035k. A.
Dataintelo1,6 Mrd. USD3,13 Mrd. USD20347,8 % CAGR

Für Weiterbildung gibt es spezialisierte Kurse. Die Georgia Tech Professional Education bietet DRFM Technology (DEF 2507P) und DRFM Technology Basic (DEF 2513P) an, vorgetragen von Experten des GTRI Angry Kitten DRFM-Systemdesigns; zu den Dozenten zählen Roger Dickerson, Aram Partizian und Thomas Spangler. Der Kurs DEF 2507P ist als klassifiziert eingestuft und auf US-Bürger mit entsprechender Sicherheitsfreigabe und Need-to-know beschränkt; Auftragnehmer benötigen die Unterschrift eines US-Regierungssponsors oder Contracting Officers. DEF 2513P ist auf US-Bürger beschränkt, die in Industrie oder Regierung beschäftigt sind, und erfordert ein Access Eligibility Form.

Die Association of Old Crows bietet zudem einen On-Demand-Kurs mit dem Titel DRFM Technology and Design for Electromagnetic Maneuver Warfare an, der von Dr. Phillip Pace unterrichtet wird. Auch die Utah State University baute ein FPGA-DRFM, das von Blackwire Signals gesponsert wurde. Wer in diesem Feld arbeitet, findet also sowohl kommerzielle Schulungen als auch akademische Projekte als Einstieg.

Wo liegen Risiken, Grenzen und Compliance-Anforderungen?

DRFM-Technologie ist leistungsfähig, aber nicht grenzenlos. Frequenzmischer und andere Frequenzumsetzungskomponenten fügen Signalartefakte hinzu, die minimiert werden müssen, damit das gegnerische Radar die Täuschung nicht erkennt. Längere Verzögerungen erfordern mehr Speicher, und bei Electronic Attack müssen Entwickler zwischen Breitband- und Schmalbandbetrieb abwägen. Hinzu kommen Exportkontrollen und Sicherheitsfreigaben: Klassifizierte Kurse wie DEF 2507P sind ausschließlich US-Bürgern mit entsprechender Freigabe zugänglich, und Auftragnehmer benötigen eine Sponsorunterschrift.

Auch technisch bleibt die Gegen-DRFM-Seite eine offene Baustelle. Pulsdiversität, Polarisationsdiskriminierung, Range Glint, Frequenzdiversität und statistische Verfahren können Täuschungen erschweren, aber kein Ansatz bietet einen absoluten Schutz. Wer DRFM-Systeme beschafft oder testet, sollte daher nicht nur die Störwirkung, sondern auch die Erkennbarkeit der eigenen Artefakte bewerten. Die zentrale Frage lautet nicht, ob ein DRFM ein falsches Ziel erzeugen kann, sondern ob das gegnerische Radar es als falsch entlarvt.

Was bedeutet DRFM für die elektronische Kriegsführung insgesamt?

DRFM hat die elektronische Kriegsführung von der reinen Störleistung zur Informationsmanipulation verschoben. Statt einen Empfänger einfach zu überdecken, erzeugt ein DRFM-Jammer eine kohärente, plausible und falsche Radarumgebung. Das macht ihn besonders wertvoll für den Schutz von Plattformen gegen radargelenkte Raketen und für die Unterdrückung moderner Radarsysteme. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Tests, Ausbildung und Gegenmaßnahmen.

Die Entwicklung geht zu breitbandigeren, kleineren und leistungsfähigeren Systemen. Mercury Systems, Rohde & Schwarz und verschiedene Forschungsprojekte zeigen, wie stark sich Bandbreite, Verzögerungsauflösung und Signalintegrität in den vergangenen Jahren verbessert haben. Wer heute DRFM-Systeme bewertet, sollte Parameter wie Phasenkohärenz, Zeitverzögerung, spektrale Integrität und Modulationsqualität genauso ernst nehmen wie die reine Bandbreite. Nur so lässt sich beurteilen, ob eine Täuschung im Ernstfall standhält.

Häufig gestellte Fragen zu DRFM

Wie funktioniert DRFM?

Ein DRFM erfasst einen eingehenden Radarimpuls, digitalisiert und speichert ihn und sendet ihn mit präziser Kontrolle über Verzögerung, Phase und Frequenz zurück. Diese kohärente falsche Rückstrahlung manipuliert das gegnerische Radar durch Techniken wie die Erzeugung falscher Ziele, Range Gate Pull-Off, Geschwindigkeitstäuschung und kohärentes Spoofing.

Was ist DRFM-Radar und wie arbeitet es?

Ein DRFM-System verarbeitet empfangene Signale in Echtzeit, typischerweise Radarimpulse. Indem es die Radarimpulse des Gegners digitalisiert, verarbeitet und wieder aussendet, täuscht es das Radarsystem. Das ist besonders wichtig, um Plattformen vor radargelenkten Raketen zu schützen und die Verfolgung echter Ziele zu stören.

Warum ist kohärente elektronische Attacke mit DRFM besser als Rauschstörren?

Die kohärente elektronische Attacke mit DRFM ist effizienter und flexibler als traditionelles Rauschstörren. Sie bewahrt die Kohärenz des Radarsignals, sodass falsche Rückstrahlungen realistisch erscheinen. Dadurch sind Täuschung, Spoofing und Radarmanipulation möglich, statt den Empfänger nur mit Rauschen zu überdecken und das Signal-Rausch-Verhältnis zu verschlechtern.

Welche Parameter werden bei einem DRFM-Jammer getestet?

Zu den wichtigsten DRFM-Testparametern gehören Amplitudentreue, Phasenkohärenz, Zeitverzögerung, spektrale Integrität, Gruppenlaufzeit, Modulationsqualität mit EVM und I/Q-Ungleichgewicht sowie Stör- und Intermodulationscharakteristik. Diese Messungen bewerten die Täuschungswirksamkeit vom Signalempfang bis zur finalen Wiederaussendung.

Was ist ein DRFM und wie unterscheidet es sich von klassischem Rauschstörren?

Ein DRFM (Digital Radio Frequency Memory) erfasst eingehende Radarsignale, digitalisiert und speichert sie und sendet sie kohärent manipuliert zurück. Im Gegensatz zum Rauschstörren, das den Empfänger mit Störleistung überdeckt, erzeugt DRFM eine plausible, aber falsche Radarinformation. Dadurch kann es falsche Ziele, Entfernungs- oder Geschwindigkeitstäuschungen erzeugen, die für das gegnerische Radar wie echte Rückstrahlungen wirken.

Welche Kernkomponenten hat ein DRFM-System?

Ein DRFM besteht im Kern aus Empfänger, Sender, HF-Front-End, Analog-Digital-Umsetzer (ADC), digitalem Speicher, Digital-Analog-Umsetzer (DAC) und FPGA-Verarbeitung. Der Empfangszweig nimmt das gegnerische Signal auf, der ADC digitalisiert es, der Speicher hält die Daten vor, und der DAC setzt sie für die erneute Abstrahlung wieder in analoge Signale um. Das FPGA übernimmt die schnelle Verarbeitung und die präzise Steuerung von Verzögerung, Phase und Frequenz.