Fahrzeugmontierter Signalstörer Preis: Specs, Leistung & Kaufberatung
Wer einen fahrzeugmontierten Signalstörer kauft, findet je nach Leistung, Bändern und Zertifizierung Preise von rund 100 US-Dollar bis weit über 4.500 US-Dollar – Militärsysteme gibt es nur auf Anfrage. Dieser Leitfaden erklärt Frequenzen, Strombedarf, Reichweiten und konkrete Preisbeispiele für Konvoi-, Counter-IED- und Anti-Drohnen-Einsätze.
Was ist ein fahrzeugmontierter Signalstörer?
Ein fahrzeugmontierter Signalstörer ist ein fest in Pkw, Lkw oder Konvoifahrzeugen verbautes Funksystem, das künstliche Störsignale ausstrahlt, um drahtlose Kommunikation, Drohnensteuerung, GPS oder Zündfunksignale zu unterbrechen. Typische Einsatzbereiche sind der Schutz von Konvois, Counter-IED, die Sicherung von VIPs sowie die Abwehr unbemannter Luftfahrzeuge. Die Bandbreite reicht dabei von einfachen 2-Band-Blockern für unter 100 US-Dollar bis hin zu militärischen Mehrkanalsystemen mit mehreren Kilowatt Ausgangsleistung. In diesem Leitfaden schaue ich mir an, welche technischen Kennzahlen den Preis bestimmen – und mit welchen konkreten Kosten Sie rechnen sollten.
Wie funktionieren fahrzeugmontierte Störsender?
Fahrzeugmontierte Störsender arbeiten nach einem ebenso simplen wie wirksamen Prinzip: Sie greifen nicht das Zielgerät selbst an, sondern fluten den Funkkanal mit künstlichen Störsignalen – und zwar genau auf den Frequenzen, die das Ziel gerade nutzt. Bildlich gesprochen ist es, als würde man in ein Gespräch so laut dazwischenrufen, dass die eigentliche Botschaft nicht mehr ankommt. Moderne, auf Fahrzeugen montierte Systeme zur Drohnenabwehr tasten dafür den Bereich von 300 MHz bis 6 GHz ab. Mithilfe von Spektralanalyse und der Auswertung der Übertragungsprotokolle lassen sich die typischen Funksignaturen einer Drohne erkennen – gewissermaßen ihr „Fingerabdruck" im Funknetz. Ist dieser identifiziert, werden gezielt die Bänder 900 MHz, 1,2 GHz, 1,5 GHz, 2,4 GHz, 5,2 GHz und 5,8 GHz gestört; dort laufen üblicherweise die Steuerungs-, Video- und Navigationsverbindungen. Das Tempo spielt dabei eine entscheidende Rolle: Vom ersten Erkennen bis zum Alarm vergehen weniger als fünf Sekunden, die eigentliche Störung setzt nach etwa drei Sekunden ein. Solche Anlagen funktionieren noch bei Geschwindigkeiten bis 150 km/h und schützen einen Radius von bis zu drei Kilometern – ein Zeitfenster und eine Reichweite, die in der Praxis oft darüber entscheiden, ob eine Drohne gestoppt wird, bevor sie ihr Ziel erreicht.
Hochleistungs-Taktiksysteme setzen dabei auf Direct Digital Synthesis (DDS): Ein digitaler Baustein erzeugt die Störsignale quasi in Echtzeit und lässt sich flexibel an unterschiedliche Bedrohungslagen anpassen, anstatt nur feste Frequenzen zu verrauschen. Hinzu kommen ein Hochfrequenz-Störsubsystem, die Antennen auf dem Dach, Zuleitungen, eine Steuereinheit, ein Bedienpanel sowie die Stromversorgung – unterm Strich also ein komplettes Funksystem, das auf ein Fahrzeug verpflanzt wird. Bei der Integration gibt es im Wesentlichen zwei Wege: den vollständigen Werksumbau, bei dem alles fest im Fahrzeug verschwindet, und Nachrüstlösungen, die man auf Dachträgern oder in Modulkoffern unterbringt und bei Bedarf wieder abnehmen kann. Wer Konvois schützt, braucht außerdem ein offenes Frequenzfenster, damit die Kommunikation zwischen den eigenen Fahrzeugen nicht abreißt – der Störsender muss also gezielt Lücken lassen, statt einfach alles plattzumachen.
Welche Frequenzen, Leistung und Reichweite sind wichtig?
Bei diesen Zahlen wird schnell klar, warum die Preise so weit auseinanderliegen. Ein taktischer Störsender von Tactical Supply Pakistan zum Beispiel arbeitet mit 20 HF-Kanälen von 20 MHz bis 6.000 MHz und deckt damit einen durchgehenden Bereich von 8 MHz bis 6.500 MHz ab. Die HF-Ausgangsleistung liegt bei bis zu 320 Watt – und das, obwohl das System weniger als 1.300 Watt aus der Autobatterie zieht und bei Temperaturen von -20 °C bis +55 °C läuft. Die Störwirkung kann sich durchaus sehen lassen: Mobilfunk wird über 70 Meter unterdrückt (bei einem RSRP von -90 dBm), die Steuerung und Navigation von Drohnen jenseits von 500 Metern, zivile Wechselsprechfunker bis zu 60 Metern und die Fernbedienungen unbemannter Fahrzeuge über 100 Meter.
Das VT-505 setzt auf SDR-Technik und deckt als Vollband-Störsender alles von 8 MHz bis 6.500 MHz ab – gedacht für den Katastrophenschutz, wo es auf schnelle Einsatzbereitschaft ankommt. Wer es kompakter braucht, greift zum Texin TX-CZX03, einem 3-Kanal-Aluminiummodell: 6,5 kg ohne Antenne, 150 Watt Gesamtleistung, verteilt auf 600–700, 700–800 und 800–900 MHz mit jeweils 50 Watt. Die Reichweite liegt bei etwa 1.000 bis 1.500 Metern, der Betrieb ist für -40 °C bis +65 °C ausgelegt, läuft an 12 V Bordspannung und hält damit bis zu 24 Stunden durch. Und das JAMKIT von SESP bringt wiederum 350 Watt über mehrere Bänder auf die Straße und stört Mobilfunk, Satellit, VHF/UHF-Funk sowie WLAN.
Damit du dir schneller ein Bild machen kannst, habe ich die üblichsten Konfigurationen samt der jeweiligen Preisklassen für dich zusammengestellt.
| Systemtyp | Bänder / Frequenz | Leistung | Reichweite | Preisniveau |
|---|---|---|---|---|
| Einfacher Kfz-GPS-Blocker | 2 Bänder, GPS/GSM | gering | einige Meter | ca. 100–250 US-Dollar |
| Handheld Militär-Kfz-Fernbedienungsstörer | mehrere Bänder | mittel | bis ca. 80 m | ca. 920 US-Dollar |
| 3-Band-Anti-Drohnen-Fahrzeugstörer | Drohnenbänder | mittel | bis ca. 1.000 m | ca. 1.895 US-Dollar |
| 4-Band-Fahrzeug-Drohnenjamming | Drohnenbänder, Remote-Antennen | hoch | bis ca. 1.000 m | ca. 1.985 US-Dollar |
| Wasserdichter DS-6-Drohnenstörer | mehrere Bänder | hoch | bis ca. 1.000 m | ca. 4.599 US-Dollar |
| Militär-/Counter-IED-System | breitbandig | sehr hoch | konvoiweit | nur auf Anfrage |
Die Tabelle zeigt vor allem eines: Der Preis steigt nicht linear mit der Kanalzahl. Viel wichtiger sind Faktoren wie Ausgangsleistung, Bandbreite, Zertifizierung und die Frage, wie tief das System ins Fahrzeug integriert ist. Ein 350-Watt-Gerät mit sieben Bändern und 30 bis 500 Metern Reichweite kostet deutlich mehr als ein 80-Watt-Achtband-Modell, das auf 80 Meter kommt. Wer verschiedene Angebote vergleicht, sollte deshalb immer auch die Frequenzliste, die Dauerstrichleistung, das Kühlkonzept und die Garantiebedingungen mit anfragen – sonst vergleicht man am Ende Äpfel mit Birnen.
Fahrzeugmontierter Signalstörer Preis: konkrete Beispiele und Kostenspannen
Am konkretesten wird es bei den Preisen, wenn man sich die öffentlich einsehbaren Angebote von JammerMFG anschaut. Nehmen wir den HD-3, einen 3-Band-Störer gegen Drohnen fürs Fahrzeug: Der steht dort aktuell mit 1.895,20 US-Dollar in der Liste, statt der ursprünglichen 2.751,15 US-Dollar. Beim HD-4, dem System zur Drohnenabwehr vom Fahrzeug aus mit abgesetzten Antennen, verlangt der Hersteller 1.985,24 US-Dollar – ohne Rabatt wären es 2.985,10 US-Dollar gewesen. Ähnlich sieht es beim TAD-3 aus, einem Anti-Drohnen-Störer mit drei Antennen für den Fahrzeugeinsatz: Der kostet momentan 1.943,32 US-Dollar statt 2.765,54 US-Dollar. Und wer nur eine kompakte Lösung sucht, findet im PADF2, einem tragbaren 2-Band-Drohnensuppressor fürs Auto, ein weiteres Beispiel – er liegt bei 1.342,30 US-Dollar, verglichen mit 1.852,30 US-Dollar ohne Rabatt.
Im oberen Preissegment sticht der wasserdichte DS-6-Drohnenstörer heraus: Statt 6.921,30 US-Dollar zahlt man hier 4.598,52 US-Dollar – unterm Strich ein Rabatt von etwa 33 Prozent, der angesichts der gebotenen Schutzklasse und der robusten Auslegung für den Fahrzeugbetrieb durchaus seinen Reiz hat. Wer eher im unteren Preissegment sucht, wird aber ebenso fündig: Ein Handheld-Militär-Kfz-Fernbedarfsstörer kostet 919,91 statt 1.519,91 US-Dollar und passt damit zu Nutzern, die eine mobile, aber weniger leistungsstarke Lösung brauchen. Deutlich günstiger kommen ein CM4-CDMA-GSM-GPS-Anti-Tracking-Car-Blocker für 235,32 statt 456,39 US-Dollar, ein P6s-OBD-GPS-Störer für 137,20 statt 189,62 US-Dollar sowie ein 2-Band-Zigarettenanzünder-GPS-Störer, der mit 99,92 statt 148,25 US-Dollar zu Buche schlägt. Gerade diese Einstiegsmodelle machen deutlich, wie enorm die Preisspanne bei fahrzeugmontierten Störsendern ausfällt – sie reicht von unter 100 US-Dollar für simple GPS-Blocker bis zu mehreren Tausend US-Dollar für professionelle Drohnenabwehrsysteme. Die Wahl hängt am Ende davon ab, welche Frequenzbänder, Reichweiten und Umweltbedingungen im konkreten Einsatz gefordert sind.
| Modell | Reduzierter Preis (US-Dollar) | Ursprünglicher Preis (US-Dollar) |
|---|---|---|
| DS-6 wasserdichter Drohnenstörer | 4.598,52 | 6.921,30 |
| Handheld-Militär-Kfz-Fernbedarfsstörer | 919,91 | 1.519,91 |
| CM4 CDMA GSM GPS Anti-Tracking Car Blocker | 235,32 | 456,39 |
| P6s OBD GPS-Störer | 137,20 | 189,62 |
| 2-Band Zigarettenanzünder-GPS-Störer | 99,92 | 148,25 |
Ein interessanter Kontrast zeigt sich bei Shenzhen Sacon Telecom, bekannt unter dem Namen Mobilboosterjammer: Dort gibt es zwar keine öffentlich ausgezeichneten Preise, dafür aber ein breites Sortiment, das sich nach Leistung und Schutzart staffelt. Verhandelt wird allerdings erst ab einer Mindestbestellmenge von fünf Stück – ein Hinweis darauf, dass sich das Angebot eher an Wiederverkäufer, Systemintegratoren oder Behörden richtet als an Privatkunden. Wer sich durch die Modellpalette arbeitet, erkennt schnell die Systematik: Ein 300-Watt-Modell mit sechs Bändern deckt 30 bis 500 Meter ab, eine wasserdichte 40-Watt-Variante nach IP66 ist für 5 bis 100 Meter ausgelegt, ein 350-Watt-Drohnenstörer reicht bis 1.000 Meter. Dazu kommen 80 Watt mit acht Bändern und 80 Metern sowie 120 Watt mit acht Bändern und 100 Metern. Wer mehr Leistung benötigt, findet ein 350-Watt-System mit sieben Bändern und 30 bis 500 Metern. Ganz anders sieht die Preislogik bei Hochleistungs- und Militärsystemen aus: Das Modell von Tactical Supply oder die Alasartech-Lösung mit 20 bis 6.000 MHz, 110 Ah/24–28 VDC beziehungsweise 220 VAC und rund 2.800 Watt Verbrauch werden grundsätzlich nur auf Anfrage bepreist. Der Grund ist naheliegend – solche Konfigurationen werden meist an Fahrzeug, Einsatzprofil und Frequenzbedarf angepasst, sodass ein Listenpreis wenig Aussagekraft hätte.
| Modell / Anbieter | Leistung | Bänder | Reichweite | Preis |
|---|---|---|---|---|
| Shenzhen Sacon Telecom (Mobilboosterjammer) | 300 W | 6 | 30–500 m | Verhandlung, MOQ 5 Stück |
| Shenzhen Sacon Telecom (Mobilboosterjammer) | 40 W, IP66 wasserdicht | k. A. | 5–100 m | Verhandlung, MOQ 5 Stück |
| Shenzhen Sacon Telecom (Mobilboosterjammer) | 350 W (Drohnenstörer) | k. A. | bis 1.000 m | Verhandlung, MOQ 5 Stück |
| Shenzhen Sacon Telecom (Mobilboosterjammer) | 80 W | 8 | 80 m | Verhandlung, MOQ 5 Stück |
| Shenzhen Sacon Telecom (Mobilboosterjammer) | 120 W | 8 | 100 m | Verhandlung, MOQ 5 Stück |
| Shenzhen Sacon Telecom (Mobilboosterjammer) | 350 W | 7 | 30–500 m | Verhandlung, MOQ 5 Stück |
| Tactical Supply Pakistan | bis 320 W | 20 (20 MHz–6.000 MHz) | u. a. Mobilfunk über 70 m, Drohnen über 500 m | kostenloses Angebot |
| Alasartech | ca. 2.800 W Verbrauch | 20–6.000 MHz | k. A. | nur auf Anfrage |
Militärische und Counter-IED-Systeme: CVRJ und CREW Duke
Im militärischen Segment dominieren zwei Systeme, die speziell für den Schutz von Konvois und Truppen entwickelt wurden. Der L3Harris CREW Vehicle Receiver/Jammer (CVRJ) ist ein fahrzeugmontierter IED-Störsender, der mit einem breiten Sende- und Empfangsbereich arbeitet und mehrere Bedrohungen gleichzeitig bearbeiten kann – ein entscheidender Vorteil, wenn improvisierte Sprengsätze mit unterschiedlichen Zündmechanismen abgewehrt werden müssen. Dabei zieht das System bis zu 30 Ampere, wiegt rund 69 Pfund (etwa 31 kg) und misst 13 Zoll in der Höhe, 14 Zoll in der Breite und 19 Zoll in der Tiefe. Bemerkenswert ist vor allem, dass sich der CVRJ ohne Hardware-Änderungen umprogrammieren lässt: Neue Bedrohungsfrequenzen können also per Software-Update eingespielt werden, ohne dass das Gerät ausgebaut oder umgerüstet werden muss. Seine Feuerprobe bestand das System im Irak- und Afghanistan-Einsatz, wo es zum festen Bestandteil des Counter-IED-Schutzes gehörte.
Das SRC AN/VLQ-12 CREW Duke gehört zu den bekanntesten fahrzeugmontierten Counter-RCIED-Systemen und basiert auf einer softwaredefinierten Architektur, die sich ohne größere Hardware-Eingriffe an neue Bedrohungen anpassen lässt. Diese Flexibilität zahlte sich aus: 2005 und 2009 wurde das System jeweils als eine der zehn größten Erfindungen der US-Armee ausgezeichnet. Auch die Auftragslage unterstreicht seine Bedeutung – zu den vergebenen Verträgen zählen 32 Millionen US-Dollar im Jahr 2017, 13 Millionen US-Dollar für Ersatzteile ebenfalls 2017, 49 Millionen US-Dollar im Jahr 2016 sowie 13 Millionen US-Dollar im Jahr 2013. Wer sich für den Preis interessiert, stößt hier allerdings schnell an eine Grenze: Solche Systeme sind nicht frei verkäuflich, und die Konditionen werden ausschließlich über Regierungsverträge und Ausschreibungen verhandelt. Veröffentlichte Listenpreise sucht man deshalb vergeblich – ein Umstand, der für den gesamten militärischen Beschaffungsbereich typisch ist.
Ein weiteres Beispiel aus der Praxis ist das JAMKIT von SESP. Es handelt sich um ein leistungsstarkes Mehrbandsystem, das mit 350 Watt HF-Ausgangsleistung arbeitet und damit deutlich über dem liegt, was einfache Fahrzeuglösungen bieten. Zu den gestörten Bereichen zählen Mobilfunkstandards wie CDMA, TDMA, GSM und HGSM, außerdem Satellitenkommunikation, VHF/UHF-Handfunk sowie WLAN, WiFi und Bluetooth. Damit deckt das System sowohl zivile Kommunikationswege als auch typische Funkverbindungen ab, wie sie bei Konvois oder Sicherungskräften vorkommen. Geliefert wird das JAMKIT als komplettes Set in einem oder mehreren Pelican-Koffern, zusammen mit 5/8-Hochgewinn-Rundstrahlantennen und einer kabelgebundenen Fernbedienung. Wer ein solches System vergleicht, sollte neben der reinen Ausgangsleistung auch prüfen, ob sich einzelne Bänder unabhängig schalten lassen und wie aufwendig die Montage auf dem Fahrzeugdach ausfällt.
| Merkmal | SESP JAMKIT |
|---|---|
| Gesamtleistung HF | 350 W |
| Gestörte Bereiche | Mobilfunk (CDMA, TDMA, GSM, HGSM), Satellit, VHF/UHF-Handfunk, WLAN/WiFi/Bluetooth |
| Lieferumfang | Kit in Pelican-Koffer(n), 5/8-Hochgewinn-Rundstrahlantennen, kabelgebundene Fernbedienung |
Fahrzeugmontierte Drohnenstörer und Counter-UAS-Einsatz
Der Drohnenabwehr-Markt ist derzeit der stärkste Treiber für fahrzeugmontierte Störsysteme – und das aus gutem Grund. Wer sich mit mobilen Counter-UAS-Lösungen beschäftigt, stößt schnell auf die Einschätzung von UAV-defence, wonach das fahrzeugmontierte Segment künftig zum größten Marktsegment avancieren dürfte. Die Zahlen dahinter sind durchaus eindrucksvoll: Ukrainische und russische Kräfte setzten Anfang 2026 wöchentlich zwischen 5.000 und 10.000 Drohnen ein – eine Größenordnung, die den Bedarf an beweglichen, schnell verlegbaren Abwehrsystemen drastisch verdeutlicht. Doch nicht nur in Kriegsgebieten steigt der Druck. Auch hierzulande meldeten deutsche Flughafenbehörden in den ersten drei Quartalen 2025 insgesamt 172 Drohnensichtungen, verglichen mit 129 bis Ende des dritten Quartals 2024. Diese Entwicklung erklärt, warum Behörden und Sicherheitsfirmen verstärkt auf mobile Counter-UAS-Lösungen setzen: Stationäre Systeme allein reichen oft nicht aus, um wechselnde Bedrohungslagen flexibel abzudecken.
Fahrzeugmontierte Drohnenstörer scannen 300 MHz bis 6 GHz und stören die typischen Steuer- und Navigationsbänder 900 MHz, 1,2 GHz, 1,5 GHz, 2,4 GHz, 5,2 GHz und 5,8 GHz. Die Erkennung bis zum Alarm dauert unter fünf Sekunden, die Störung wird in etwa drei Sekunden ausgelöst. Bei Fahrgeschwindigkeiten bis 150 km/h bleibt der Schutzradius bis zu drei Kilometer erhalten. Für Konvois ist wichtig, dass ein offenes Frequenzfenster die eigene Kommunikation nicht blockiert.
Ein Beispiel aus der Praxis ist das YTS Jammer Vehicle: ein 4x4-Fahrzeug mit Störsystem, das 20 MHz bis 6.000 MHz abdeckt, einschließlich HF, VHF, UHF, SHF, Mobilfunk, Satellit, GPS und Wi-Fi. Im Sweep-Modus erreicht es bis zu 1.800 Watt über 26 Bänder, im GSM-Modus vier bis fünf vorprogrammierte Bänder. Die unabhängige Energieversorgung reicht bis 20 kW; das Unternehmen verweist auf 35 Jahre Erfahrung und Einsätze bei israelischen Regierungs- und Sicherheitsbehörden.
Wie hat sich der Markt für Signalstörer entwickelt?
Die Marktzahlen sind uneinheitlich, zeigen aber durchweg Wachstum. Fortune Business Insights beziffert den globalen Signalstörer-Markt 2025 auf 4,61 Milliarden US-Dollar und prognostiziert 4,98 Milliarden US-Dollar für 2026 sowie 9,27 Milliarden US-Dollar bis 2034 bei einer CAGR von 8,1 Prozent. Market.us nennt 4,04 Milliarden US-Dollar für 2025 und 8,70 Milliarden US-Dollar bis 2035 bei 8,70 Prozent CAGR. Militärische Störsender hatten 2025 einen Anteil von 32,60 Prozent, das VHF/UHF-Band 30,81 Prozent, der Bereich Militär und Verteidigung 41,26 Prozent und Nordamerika 31,82 Prozent (1,29 Milliarden US-Dollar).
Research and Markets kommt auf 2,16 Milliarden US-Dollar für 2025, 2,37 Milliarden US-Dollar für 2026 (9,4 Prozent CAGR) und 3,36 Milliarden US-Dollar bis 2030 (9,1 Prozent CAGR). Strategic Market Research beziffert den Anteil fahrzeugmontierter Störsender auf 20,0 Prozent, bewertet mit 0,57 Milliarden US-Dollar für 2025 und 7,1 Prozent CAGR. Dataintelo nennt 2,8 Milliarden US-Dollar für 2025 und 5,6 Milliarden US-Dollar bis 2034 bei 8,1 Prozent CAGR, Reanin 913,05 Millionen US-Dollar für 2025 und 1.209,32 Millionen US-Dollar bis 2032.
Zu den wichtigsten Anbietern zählen Lockheed Martin, Northrop Grumman, BAE Systems, Thales, L3Harris, Leonardo, Israel Aerospace Industries, Saab, Rohde & Schwarz, SPX, Kvertus, Mctech, Security Pro USA und Jammers Pro. Bei den Produkten sind L3Harris CVRJ, SRC AN/VLQ-12 CREW Duke, SESP JAMKIT, YTS Systems Jammer Vehicle, Tactical Supply Pakistan, Texin TX-CZX03, Shenzhen Sacon Telecom, JammerMFG, Jammer Master, Alasartech und VT-505 die bekanntesten Referenzen.
Worauf sollte man beim Kauf eines fahrzeugmontierten Störsenders achten?
Vor dem Kauf sollte die Bedrohungslage klar definiert sein: Geht es um GPS-Tracking-Schutz, um IED-Abwehr im Konvoi, um Drohnenabwehr oder um die Unterbindung ziviler Funkkommunikation? Davon hängen Frequenzbänder, Leistung und Antennenkonfiguration ab. Ein reiner GPS-Blocker für den Zigarettenanzünder kostet unter 100 US-Dollar, schützt aber nur ein einzelnes Fahrzeug. Ein Mehrbandsystem mit 350 Watt und sieben Bändern für 30 bis 500 Meter kostet ein Vielfaches, deckt dafür aber mehrere Bedrohungen gleichzeitig ab.
Technisch entscheidend sind Stromaufnahme, Kühlung und Betriebstemperatur. Ein System mit 320 Watt HF-Ausgang zieht unter 1.300 Watt aus der Bordbatterie, das CVRJ bis zu 30 Ampere. Der Texin TX-CZX03 arbeitet mit zwei Lüftern und drei LoRa-Digitalmodulen bei -40 °C bis +65 °C. Wer 24 Stunden Dauerbetrieb braucht, sollte auf aktive Kühlung, Schutzart (IP66) und eine separate Energieversorgung achten.
Rechtlich ist der Betrieb in Deutschland und der EU stark eingeschränkt: Störsender dürfen nur von berechtigten Behörden und militärischen Stellen eingesetzt werden. Für private oder gewerbliche Nutzer ist der Erwerb und Betrieb in der Regel unzulässig. Wer dennoch Angebote vergleicht, sollte Zertifizierungen, Exportkontrollen und die Lieferkette prüfen. Dieser Artikel dient der technischen und wirtschaftlichen Orientierung und stellt keine Rechts- oder Investitionsberatung dar.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel kostet ein fahrzeugmontierter Signalstörer?
Die gelisteten Preise schwanken stark je nach Leistung und Bändern. Beispiele sind ein 3-Band-Fahrzeug-Anti-Drohnen-Störer für 1.895,20 US-Dollar, ein 4-Band-Fahrzeug-Drohnenjammingsystem für 1.985,24 US-Dollar und ein 2-Band-Portable-Fahrzeug-Drohnensuppressor für 1.342,30 US-Dollar. Viele Hochleistungs- und Militärsysteme werden ausschließlich auf Anfrage bepreist.
Welchen Frequenzbereich decken fahrzeugmontierte Störsender ab?
Die Abdeckung hängt vom Modell ab. Einige Systeme reichen von 20 MHz bis 6.000 MHz über 20 HF-Kanäle, andere von 8 MHz bis 6.500 MHz, einfachere Geräte blockieren 800 MHz bis 3.000 MHz. Häufig abgedeckte Bänder sind 2G, 3G, 4G, 5G, Wi-Fi, GPS sowie VHF/UHF.
Wie viel Strom verbraucht ein fahrzeugmontierter Störsender?
Der Verbrauch variiert. Ein SDR-basiertes Gerät liefert bis zu 320 Watt HF-Ausgang und zieht unter 1.300 Watt aus der Fahrzeugbatterie. Der L3Harris CVRJ zieht bis zu 30 Ampere Bordstrom. Manche Systeme nutzen 110 Ah/24–28 VDC oder 220 VAC bei rund 2.800 Watt Verbrauch.
Welche Störreichweite erreicht ein fahrzeugmontierter Störsender?
Die Reichweiten unterscheiden sich je nach Design und Umgebung. Beispiele sind 100 bis 200 Meter Schutzradius, 30 bis 500 Meter, bis zu 1.000 Meter und 1.000 bis 1.500 Meter bei einem 3-Kanal-Gerät. Drohnensteuerungsverbindungen können jenseits von 500 Metern unterbrochen werden.