GNSS-Signale kommen extrem schwach auf der Erde an – schon ein Störsender für 20 US-Dollar kann sie überlagern. Ich erkläre Technik, Jammer-Typen, reale Vorfälle sowie Anti-Jamming- und Detektionsverfahren.
Was ist ein GNSS-Signal Jammer und wie funktioniert er?
Ein GNSS-Signal Jammer ist im Grunde nichts anderes als ein Störsender, der auf genau den Frequenzen wildert, die Satellitennavigationssysteme nutzen – also auf den Bändern, auf denen GPS, Galileo und Co. ihre Signale übertragen. Das Fatale daran: Diese Signale kommen aus über 20.000 Kilometern Entfernung bei uns an und sind dann so schwach, dass schon ein Bruchteil der Störleistung genügt, um den Empfänger zu überfahren. Der bekommt dann keinen Satelliten mehr zu fassen und kann weder Position noch Zeit bestimmen. Genau das ist der Punkt, an dem man stutzt: Es ist nicht die Sendeleistung des Jammers, die beeindruckt – es ist die erstaunliche Verletzlichkeit des Signals selbst.
Die Zahlen zeigen das Ausmaß ziemlich schonungslos: Ein GNSS-Satellit sendet sein Signal mit 14,4 dBW – und auf der Erde kommt davon gerade einmal etwa -157 dBW an. Die empfangene GPS-L1-Leistung liegt im Schnitt bei rund -130 dB. Diese enorme Dämpfung hat allein mit der Entfernung von über 20.000 Kilometern zu tun, dazu kommt die Ausbreitung durch die Atmosphäre. Ein Störsender, der mit nur wenigen Milliwatt auf L1 arbeitet, kann deshalb einen Empfänger in seiner Umgebung komplett lahmlegen. Das künstliche Rauschen überdeckt einfach das ohnehin schon extrem schwache Satellitensignal. Genau das macht GNSS-Empfänger zu einem der leichtesten Ziele für Funkstörungen überhaupt: Schon ein Gerät, das man online für ein paar Dollar bekommt, reicht aus, um Position und Zeitmessung im Umkreis von mehreren hundert Metern unbrauchbar zu machen.
GNSS-Satelliten funken auf drei Frequenzbändern: L1 bei 1575,42 MHz, L2 bei 1227,60 MHz und L5 bei 1176,45 MHz. Dahinter steckt System – mehrere Bänder sorgen für genauere Ergebnisse und machen die Positionsbestimmung weniger anfällig. Nur hilft das im Ernstfall wenig: Ein Jammer muss nicht alle drei Bänder gleichzeitig stören, um einen Empfänger aus dem Tritt zu bringen. Oft genügt es schon, ein einziges Band gezielt mit Rauschen zu überlagern, und schon lässt sich keine Position und keine Zeit mehr berechnen. Vor allem L1 ist wackelig, weil die meisten zivilen Empfänger genau dieses Band als Hauptreferenz heranziehen. Wer also auf GNSS-Zeit oder -Position angewiesen ist, sollte wissen, wie störanfällig sein System ist – am besten, bevor es im laufenden Betrieb zum Problem wird.
| Band | Frequenz | Typische Nutzung |
|---|---|---|
| L1 | 1575,42 MHz | Primärband für zivile Empfänger, GPS L1 C/A |
| L2 | 1227,60 MHz | Zweites Signal, u. a. für ionosphärische Korrekturen |
| L5 | 1176,45 MHz | Sicherheitskritische Anwendungen, höhere Genauigkeit |
Jamming vs. Spoofing: Was ist der Unterschied und warum ist er wichtig?
Jamming und Spoofing werden in der öffentlichen Debatte gern in einen Topf geworfen – technisch gesehen handelt es sich aber um zwei völlig verschiedene Angriffsarten auf GNSS-Empfänger. Beim Jamming wird das legitime Satellitensignal, das ohnehin extrem schwach ankommt – es legt über 20.000 Kilometer zurück und erreicht den Empfänger mit nur etwa -130 dB –, einfach durch leistungsstarkes Rauschen auf derselben Frequenz überdeckt. Der Empfänger verliert dadurch den Signalempfang und kann weder Position noch Zeit berechnen; für Nutzer zeigt sich das meist als plötzlicher Abbruch der Standort- oder Zeitangabe. Beim Spoofing hingegen werden gezielt gefälschte GNSS-Signale ausgesendet, die der Empfänger für echte Satellitensignale hält. Er berechnet dann falsche Positionen oder Zeiten – und das, anders als beim Jamming, oft völlig unbemerkt. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied: Jamming fällt als Signalverlust sofort auf, Spoofing kann ohne geeignete Detektion über lange Zeit unentdeckt bleiben und dadurch deutlich gefährlichere Folgen haben – etwa wenn ein Schiff oder Flugzeug scheinbar korrekte, in Wahrheit aber falsche Navigationsdaten erhält.
Ein besonders krasses Beispiel dafür, wie stark Spoofing in der Realität wirken kann, war das Jahr 2017: Damals meldeten über 20 Schiffe in der Nähe des russischen Hafens Noworossijsk GPS-Spoofing – auf ihren Displays erschienen die Positionen um Hunderte Kilometer verschoben, obwohl die Schiffe in Wahrheit ganz woanders waren. Solche manipulierten Signale können also nicht nur einzelne Empfänger durcheinanderbringen, sondern ganze Flottenverbände und damit auch die maritime Verkehrssicherheit aus dem Takt bringen. Ein weiteres Ereignis im Jahr 2022 nahe dem Flughafen Dallas-Fort Worth störte die Flugnavigation über ein weites Gebiet hinweg – ein deutliches Zeichen dafür, dass auch der Luftverkehr keineswegs immun gegen solche Eingriffe ist. Beide Fälle zeigen: Was auf den ersten Blick wie ein technisches Nischenphänomen wirkt, betrifft reale Infrastruktur – von der Schifffahrt über die Luftfahrt bis hin zu den Navigations- und Zeitsignalen, auf die wir uns im Alltag verlassen.
Der Unterschied ist alles andere als nur theoretisch – er entscheidet nämlich darüber, welche Gegenmaßnahmen überhaupt Sinn ergeben. Gegen Jamming, also das gezielte Überstrahlen der ohnehin extrem schwachen Satellitensignale, helfen in erster Linie robuste Empfänger, Mehrantennen-Technik und die Kombination mit anderen Sensoren wie Trägheitsnavigationssystemen. Bei Spoofing sieht die Sache dagegen ganz anders aus: Hier werden gefälschte Signale eingespeist, die den Empfänger still und unauffällig in die Irre führen. Dagegen braucht man Signalauthentifizierung. Genau da setzen Verfahren wie Galileo OS-NMA oder GPS Chimera an, die mit digitalen Signaturen arbeiten – so kann der Empfänger prüfen, ob ein Signal wirklich von einem echten Satelliten kommt. Wer also nur auf Störfestigkeit setzt und das Thema Spoofing ignoriert, schützt sein System höchstens zur Hälfte. Denn ein Angreifer, der nicht stört, sondern täuscht, bleibt genau unter dem Radar dieser Abwehr.
Welche Jammer-Typen, Signalmerkmale und Spezifikationen gibt es?
Klar, die Welt der GNSS-Störsender ist ziemlich unübersichtlich – und genau das sagt eigentlich schon alles darüber aus, wie anfällig diese Signale sind. Die Satellitensignale kommen aus über 20.000 Kilometern Entfernung an und sind dabei so schwach, dass selbst einfachste Geräte ausreichen, um Empfänger in der näheren Umgebung lahmzulegen. Kein Wunder also, dass sogenannte Datenschutz-Jammer, die eigentlich als Privatsphäre-Werkzeug beworben werden, online schon für etwa 20 US-Dollar zu haben sind. Etwas stabilere Varianten für den Zigarettenanzünder kosten rund 150 US-Dollar. Chirp-Jammer, die ihre Frequenz schnell durchstimmen, fahren dabei typischerweise den Bereich zwischen 1565 und 1585 MHz ab – und treffen damit direkt das GPS-L1-Band. Bei der Leistung gibt es riesige Unterschiede: Ein simpler Zigarettenanzünder-Jammer sendet auf L1 mit ungefähr 10 mW, während ausgeklügelte Hedgehog-Jammer mit vielen Antennen auf L1 oder L2 mit rund 10 W arbeiten und teilweise zusätzlich WLAN- und Mobilfunksignale blockieren. Diese enorme Spanne – vom billigen Bastelgerät bis zum leistungsstarken Mehrband-Störer – macht es so schwierig, die Bedrohung überhaupt einzuordnen.
| Jammer-Typ | Preis / Leistung | Frequenz / Band | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Einfacher Datenschutz-Jammer (online) | ab ca. 20 US-Dollar | GNSS-Bänder | als Privatsphäre-Werkzeug beworben |
| Zigarettenanzünder-Jammer | ca. 150 US-Dollar, ca. 10 mW | L1 | kompakt, für den Fahrzeugbetrieb |
| Chirp-Jammer | – | typischerweise 1565–1585 MHz | durchstimmt die Frequenz |
| Hedgehog-Jammer | ca. 10 W | L1 oder L2 | viele Antennen, teils zusätzlich WLAN- und Mobilfunkstörung |
Bei der Bewertung von Schutzmaßnahmen kommt es genau auf diese Leistungsklassen an. Schon der schwächste Jammer im Test störte das Tracking noch in rund 300 Metern Entfernung, die Akquisition sogar erst bei etwa 600 Metern. Wer ein System auslegt, sollte deshalb nicht allein auf die nominelle Sendeleistung schauen, sondern auch darauf, in welcher Entfernung welche Funktion zuerst ausfällt.
Auf der professionellen Seite gibt es Systeme wie die GNSS-Jammer von Stratign, die laut Herstellerangaben mehr als 100 Kilometer Reichweite abdecken und gleich mehrere Satellitensysteme adressieren – also GPS, GLONASS, COMPASS, Galileo, IRNSS und QZSS. Diese Geräte sind modular aufgebaut, sodass sie sich von der portablen Lösung bis hin zum regionalen Störsystem erweitern lassen. Phantom Technologies setzt dagegen auf Mehrkonstellations-Störung in Kombination mit Anti-Spoofing- und Anti-Tracking-Funktionen und bietet seine Systeme in portabler, fahrzeugmontierter oder fest installierter Bauform an. Solche Spezifikationen zeigen ganz gut, wie weit das Spektrum heute reicht – von einfachen Störsendern bis zu professionellen Plattformen. Die folgende Übersicht fasst die zentralen Eigenschaften zusammen.
| Anbieter / System | Reichweite | Abgedeckte Systeme | Bauform / Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Stratign GNSS-Jammer | > 100 km | GPS, GLONASS, COMPASS, Galileo, IRNSS, QZSS | portabel, modular, Imitations-Jamming, bis zum regionalen System erweiterbar |
| Phantom Technologies | k. A. | GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou, QZSS | portabel, fahrzeugmontiert oder fest installiert; Anti-Spoofing, Anti-Tracking |
| System | Reichweite / Leistung | Abgedeckte Systeme | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Einfacher Zigarettenanzünder-Jammer | ca. 10 mW auf L1 | GPS L1 | geringer Preis, kurze Reichweite |
| Hedgehog-Jammer | ca. 10 W auf L1 oder L2 | GPS L1/L2, teils WLAN/Mobilfunk | viele Antennen, breite Wirkung |
| Stratign GNSS-Jammer | >100 km, modular | GPS, GLONASS, COMPASS, Galileo, IRNSS, QZSS | regional erweiterbar |
| Phantom Technologies | portabel bis fest installiert | GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou, QZSS | Anti-Spoofing, Anti-Tracking |
Die Tabelle zeigt, dass die Leistungsklassen um mehrere Größenordnungen auseinanderliegen. Das ist kein akademisches Detail, sondern hat direkte Folgen für die Praxis, denn die Sendeleistung bestimmt maßgeblich, wie viele Empfänger in welchem Umkreis gestört werden. Ein einfacher Zigarettenanzünder-Jammer arbeitet häufig mit etwa 10 mW und deckt damit nur einen kleinen Radius ab, während professionelle Systeme wie Hedgehog-Jammer mit rund 10 W auf L1 oder L2 bereits ein deutlich größeres Gebiet erfassen. Noch eine Stufe darüber liegen modular aufgebaute Anlagen, die laut Herstellerangaben mehr als 100 Kilometer Reichweite erreichen und mehrere Konstellationen wie GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou, QZSS, IRNSS und COMPASS adressieren können. Für Betreiber kritischer Infrastruktur ist deshalb nicht die Frage entscheidend, ob ein Jammer existiert, sondern welche Reichweite und welche Bandabdeckung für den eigenen Standort realistisch sind. Hinzu kommt die Frage, ob ein Gerät nur eine einzelne Frequenz wie L1 bei 1575,42 MHz trifft oder gleich mehrere Bänder wie L2 bei 1227,60 MHz und L5 bei 1176,45 MHz abdeckt, denn davon hängt ab, wie viele Empfänger gleichzeitig ausfallen.
Wo GNSS-Jamming auftritt: Luftfahrt, Schifffahrt und Mautsysteme
GNSS-Jamming ist längst kein theoretisches Risiko. Die Air Pilots Safety Briefing Note 18 vom 7. Juli 2025 nennt 41.000 Spoofing-Ereignisse, die innerhalb eines 30-Tage-Zeitraums im Jahr 2024 gemeldet wurden, konzentriert auf einen kleinen Teil des globalen Luftraums. Das European GNSS Agency Strike3-Projekt verzeichnete über zwei Jahre hinweg 450.000 Interferenzereignisse in 23 Ländern; 73.000 davon hatten erhebliche Auswirkungen, 66.000 gingen auf Jammer zurück.
Die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. Untersuchungen der Rand Corporation legen nahe, dass der Bausektor in Houston bei einer weiträumigen GPS-Störung bis zu 85 Millionen US-Dollar pro Tag verlieren könnte. GPS-gelenkte Waffen verlieren über ein Gebiet von 50.000 Quadratkilometern 30 bis 60 Prozent ihrer Treffgenauigkeit. Betroffen sind Luftfahrt, Schifffahrt, Bauwesen, Telekom-Zeitsynchronisation und Finanztransaktionen – überall dort, wo Position oder präzise Zeit kritisch sind.
Geografisch konzentrieren sich die Störungen auf bekannte Hotspots: das westliche Schwarze Meer, das östliche Mittelmeer, die Ostsee, das westliche Russland, die Westukraine, die Arktis nördlich von Finnland und Norwegen sowie die Grenzregion zwischen Indien und Pakistan. Beobachtungen aus der Radio-Okkultation zeigen, dass die Störleistung seit 2017 zugenommen hat, seit Beginn des russisch-ukrainischen Krieges aber wieder deutlich zurückging.
Wie lassen sich GNSS-Jamming und Spoofing erkennen und lokalisieren?
Erkennung beginnt mit Transparenz über den eigenen Empfang. Dienste wie die tägliche Interferenzkarte von GPSJAM helfen, großräumige Muster zu erkennen, während lokale Empfänger die Signalqualität kontinuierlich überwachen sollten. Für die Detektion auf Geräteebene eignet sich das GP-Probe Nano L1, das Interferenzen im GNSS-L1-Band erkennt und Echtzeitwarnungen per LED, Ton und Vibration ausgibt; die Batterielaufzeit liegt bei bis zu 30 Tagen.
Für systematische Tests hat sich die Replay-Technik nach EN16803-3 etabliert. Damit lässt sich die Widerstandsfähigkeit gegen verschiedene Signalarten bewerten, darunter Continuous Wave (CW), Narrowband (NB), PCW, Wideband (WB), PWB und MS. Wer diese Tests regelmäßig durchführt, erkennt Schwachstellen, bevor sie im Feld auftreten.
Zur Geolokalisierung von Störquellen kommen Spektrummonitoring und Richtungspeilung zum Einsatz. Systeme wie CRFS RFeye erfassen Störsignaturen über mehrere Sensoren und ermöglichen die Eingrenzung. In der Praxis kombiniert man großräumige Karten, lokale Detektoren und Peiltechnik, um von der bloßen Störungswarnung zur konkreten Quellenlokalisierung zu gelangen.
Anti-Jamming und GNSS-Resilienz: Welche Techniken helfen wirklich?
Null Steering ist eine der wirksamsten Gegenmaßnahmen: Die Antenne erzeugt in Richtung der Störquelle eine Art Ruhezone, während sie legitime Satellitensignale weiter empfängt. Kombiniert mit Mehrelement-Antennen, Signalverarbeitungsalgorithmen und der Integration von Inertialnavigation (INS) lässt sich die Verfügbarkeit auch bei starken Störungen aufrechterhalten. Entscheidend ist, dass diese Verfahren nicht nur die Störung unterdrücken, sondern die Nutzsignale erhalten.
Ein konkretes Produktbeispiel ist infiniDome GPSdome, das bis zu drei gleichzeitige Störquellen abwehrt, auf Dual-Band (L1/L2 oder L1/G1) arbeitet und eine Latenz von etwa 100 ns aufweist. Controlled Reception Pattern Antennas (CRPA) sind eine weitere etablierte Technik gegen GPS-Jamming. Für Zeitempfänger empfehlen sich ein guter Oszillator für Holdover, zwei GNSS-Empfänger mit getrennten Antennen sowie Antennen mit niedriger Elevationsblockung.
Auch die Signalauthentifizierung gewinnt an Bedeutung. Galileo OS-NMA erlaubt es Empfängern zu prüfen, ob Signale tatsächlich von Galileo-Satelliten stammen; GPS Chimera ergänzt digitale Signaturen. Bei der Verkabelung hilft der Meinberg GPS Optical Antenna Link mit Kabellängen bis 2000 Metern, und eine räumliche Trennung der Antennen erschwert die gleichzeitige Störung beider Empfänger.
Wie testet und härten Unternehmen ihre GNSS-Infrastruktur?
In der Praxis beginnt Resilienz mit einem strukturierten Test. Die Replay-Technik nach EN16803-3 ermöglicht es, definierte Störsignale reproduzierbar einzuspielen und die Empfindlichkeit des eigenen Systems gegenüber CW-, NB-, PCW-, WB-, PWB- und MS-Signalen zu messen. Wer diese Tests dokumentiert, kann Veränderungen über die Zeit nachvollziehen und Investitionen in Schutzmaßnahmen begründen.
In der Luftfahrt gibt es etablierte Ausweichverfahren: Rückfall auf VOR/DME/ILS, Radarvektorierung, Pilotenmeldungen, das Deaktivieren von GNSS-Positionsupdates und das Abschalten der Geländevorausschau. Diese Maßnahmen ersetzen GNSS nicht, halten aber den Betrieb aufrecht, wenn Störungen auftreten. Für Zeitserver empfiehlt sich zusätzlich eine Redundanzstrategie mit getrennten Antennen und Holdover-Oszillator.
Diese Kombination aus Test, Redundanz und Authentifizierung ist der pragmatische Kern jeder GNSS-Resilienzstrategie. Wer nur ein einzelnes Verfahren einsetzt, bleibt verwundbar; wer mehrere Schichten kombiniert, gewinnt Zeit und Handlungsfähigkeit.
Rechtliche Lage und Risiken: Warum Jamming illegal ist
In den Vereinigten Staaten ist der Betrieb von Jammern illegal. Das ist kein Formalakt: Störsender können verhindern, dass Notrufe die 911 abgesetzt werden, Drohnen zum Absturz bringen und Kommunikation von Strafverfolgungsbehörden unterbrechen. Die Risiken beschränken sich also nicht auf den Nutzer des Jammers, sondern treffen Unbeteiligte und kritische Infrastruktur.
Auch außerhalb der USA ist der Betrieb in den meisten Ländern stark reguliert oder verboten, weil GNSS-Jamming Luftfahrt, Schifffahrt, Bauwesen, Telekom-Zeitsynchronisation und Finanztransaktionen beeinträchtigt. Die bereits genannten Hotspots zeigen, dass die Auswirkungen nicht auf einzelne Geräte begrenzt bleiben, sondern ganze Regionen betreffen können.
Für Unternehmen bedeutet das: Der Einsatz von Jammern ist keine legitime Option, um Störungen zu testen. Wer die eigene Resilienz prüfen will, sollte auf abgeschirmte Testumgebungen, Replay-Verfahren und spezialisierte Dienstleister setzen. Nur so lassen sich Erkenntnisse gewinnen, ohne rechtliche und sicherheitsrelevante Risiken einzugehen.
Häufig gestellte Fragen zu GNSS-Signal Jammern
Die folgenden Fragen greifen die Punkte auf, die mir in Gesprächen mit Betreibern und Technikteams am häufigsten begegnen. Sie fassen die wichtigsten Zusammenhänge aus Technik, Detektion und Gegenmaßnahmen kompakt zusammen.
Wie funktioniert ein GNSS-Signal Jammer?
Ein Jammer sendet Funkfrequenzsignale auf denselben Bändern, die GNSS-Satelliten nutzen, jedoch mit höherer Leistung. Da die Satellitensignale nach über 20.000 Kilometern extrem schwach ankommen, überlagert das Rauschen sie, sodass Empfänger keine Satelliten mehr erfassen und weder Position noch Zeit genau berechnen können.
Was ist der Unterschied zwischen GNSS-Jamming und Spoofing?
Jamming übertönt legitime Satellitensignale mit Rauschen, wodurch Empfänger Position und Zeit verlieren. Spoofing sendet stattdessen gefälschte GNSS-Signale aus, die Empfänger zu falschen Positionen oder Zeiten verleiten. Jamming führt zum Signalverlust, während Spoofing ohne geeignete Detektion unbemerkt bleiben kann.
Welche Jammer-Typen und Signalmerkmale sind typisch?
Chirp-Jammer wischen die Frequenz schnell durch, oft über 1565 bis 1585 MHz. Einfache Zigarettenanzünder-Jammer senden auf L1 mit etwa 10 mW, während komplexe Hedgehog-Jammer mit vielen Antennen auf L1 oder L2 mit rund 10 W senden und teils zusätzlich WLAN- und Mobilfunksignale blockieren.
Wie lässt sich GNSS-Jamming mildern?
Zu den Maßnahmen gehören Mehrkonstellations- und Mehrfrequenzempfänger, Signalauthentifizierung wie Galileo OS-NMA, Spektrummonitoring, Geofencing, Sensorfusion mit Inertialnavigation und Controlled Reception Pattern Antennas. Anti-Jamming-Systeme nutzen Null Steering, um Störungen zu unterdrücken und gleichzeitig legitime Satellitensignale zu empfangen.
Fazit: GNSS-Störungen ernst nehmen, ohne in Panik zu verfallen
GNSS-Signal Jammer sind billig, leicht verfügbar und wirken auf ein Signal, das konstruktionsbedingt extrem schwach ist. Gleichzeitig zeigen die Daten aus Luftfahrt, Schifffahrt und Bauwesen, dass die Auswirkungen erheblich sein können. Wer Position oder Zeit für kritische Prozesse nutzt, sollte Resilienz nicht als optionales Extra behandeln.
Die gute Nachricht: Es gibt wirksame Gegenmaßnahmen. Mehrfrequenz- und Mehrkonstellationsempfänger, Signalauthentifizierung, Null Steering, CRPA und INS-Integration erhöhen die Widerstandsfähigkeit deutlich. Entscheidend ist, diese Schichten zu kombinieren, regelmäßig zu testen und die rechtlichen Grenzen zu respektieren. Jammer bleiben illegal – Resilienz ist der legale und nachhaltige Weg.
Häufig gestellte Fragen zu GNSS-Signal Jammern
Wie funktioniert ein GNSS-Signal Jammer?
Ein Jammer sendet Funkfrequenzsignale auf denselben Bändern, die GNSS-Satelliten nutzen, jedoch mit höherer Leistung. Da die Satellitensignale nach über 20.000 Kilometern extrem schwach ankommen, überlagert das Rauschen sie, sodass Empfänger keine Satelliten mehr erfassen und weder Position noch Zeit genau berechnen können.
Was ist der Unterschied zwischen GNSS-Jamming und Spoofing?
Jamming übertönt legitime Satellitensignale mit Rauschen, wodurch Empfänger Position und Zeit verlieren. Spoofing sendet stattdessen gefälschte GNSS-Signale aus, die Empfänger zu falschen Positionen oder Zeiten verleiten. Jamming führt zum Signalverlust, während Spoofing ohne geeignete Detektion unbemerkt bleiben kann.
Welche Jammer-Typen und Signalmerkmale sind typisch?
Chirp-Jammer wischen die Frequenz schnell durch, oft über 1565 bis 1585 MHz. Einfache Zigarettenanzünder-Jammer senden auf L1 mit etwa 10 mW, während komplexe Hedgehog-Jammer mit vielen Antennen auf L1 oder L2 mit rund 10 W senden und teils zusätzlich WLAN- und Mobilfunksignale blockieren.
Wie lässt sich GNSS-Jamming mildern?
Zu den Maßnahmen gehören Mehrkonstellations- und Mehrfrequenzempfänger, Signalauthentifizierung wie Galileo OS-NMA, Spektrummonitoring, Geofencing, Sensorfusion mit Inertialnavigation und Controlled Reception Pattern Antennas. Anti-Jamming-Systeme nutzen Null Steering, um Störungen zu unterdrücken und gleichzeitig legitime Satellitensignale zu empfangen.


